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37 Jahre Wasserfahren in Rupperswil

von Stefan Knörr
Gerne erzähle ich meine Geschichte vom Robischwiler Wasserfahrerland.

Die Gründerjahre

Durch meinen Schulkollegen Häsi (Marcel Häsler), der übrigens der erste Jungfahrer des Wasserfahrvereins ist, kam ich im Sommer 1977 als fünfzehnjähriger zum ersten mal mit Weidling, Ruder und Stachel in Kontakt. Der Verein war gerade vor gut einem halben Jahr, am 9. Februar, von Hans Zobrist und fünf Kollegen gegründet worden. Schnell hatten zahlreiche Burschen Freude an der neuen Sportart gefunden und wir waren bald einmal ein gutes Dutzend Jungfahrer. 

Aber schon zwei Jahre nach der Gründung galt es unsere erste grosse Herausforderung zu meistern. Fast alle Gründungsmitglieder verliessen den Verein und verreisten ins ferne Ausland. Einzig Gründungspräsident Hans Zobrist hielt dem Verein die Treue. Er schaffte es, das Vereinsschiff wieder auf Kurs zu bringen und bildete mit uns Junioren den neuen Vorstand. Wir hatten so die Gelegenheit, selber unseren Verein aufzubauen. 

1984 löste ich Hans Zobrist als Präsident ab, welcher als Dank für seine unermüdliche Aufbauarbeit das erste Ehrenmitglied des Vereins wurde. 

Zum 10-jährigen Jubiläum machten wir uns mit einer eigenen Vereinsfahne selber ein grosses Geschenk. Die Fahnenweihe zusammen mit Behörden, Dorfvereinen und Wasserfahrern war unser erster grosser Anlass.

Rücktritt und Comeback

1994 löste mich Roland Joho als Präsident ab. Nach 16 Jahren trat ich, als 32-jähriger, aus dem Vorstand zurück. 
Nach der Jahrtausensende war mein Frührentnerdasein zu Ende und ich kehrt als Jungfahrleiter und Fahrchef in den Vorstand zurück. 2007 löste ich noch einmal für ein Jahr Roland Joho als Präsident ab. Seit 2008 führt Roland Vonhuben unser Vereinsschiff. Und mit Adrian Zubler als Fahrchef, Lukas Bieri als Jungfahrleiter und weiteren jungen Mitglieder engagieren sich heute junge Mitglieder als Leiter.

Unser Zuhause

In den ersten beiden Vereinsjahren stand uns noch kein eigenes Vereinsdepot zur Verfügung. Das Material musste vor jedem Training zuerst an die Aare transportiert werden. 1979 konnten wir bei der Kläranlage eine Armeebaracke aufstellen, wo wir unser Material versorgen konnten. Endlich hatten wir auch ein Zuhause. 
Schon bald platzte aber unser Depot aus allen Nähten, und 1988 stellt wir eine weitere Baracke auf. In den folgenden Jahre machten wir den Elektro- Wasser, und Kanalisationsanschluss. 1991 erstellten wir eine Schiffsanbindeanlage, dazu rammte die Armee Holzpfähle in die Aare. Während dem vergangenen Jahr haben wir unser Vereinsdepot noch einmal erweitert. Ein grosser Teil der Arbeiten für unsere Infrastruktur haben die Mitglieder selber ausgeführt.

Aarefest für die Bevölkerung

Aus Anlass zu unserem 10-jährigem Bestehen führten wir 1987 unser erstes Aarefest mit Schlagruder-Wettkampf für die Bevölkerung durch. Aus der Sonntagnachmittags-Veranstaltung ist mittlerweile an der idyllischen Aare ein dreitägiger Anlass mit Fischessen geworden. Unser Fischessen ist heute weit herum sehr beliebt und unsere ganzen Hechte der grosse Hit.

Wettfahren in Rupperswil

Bereits vier Jahr nach der Vereinsgründung konnten wir 1981 unser erstes Kantonales Wettfahren durchführen. Ich stand damals als 19-jähriger zum erstern Mal einem OK vor, was mir einige schlaflose Nächte bereitete. 1995 führten wir unser erstes eigenes Nationales Paarwettfahren durch, 1999 folgte das Nächste. Seit 2004 werden sie im 4-Jahres-Rhythmus durchgeführt und sind fester Bestandteil im nationalen Wasserfahrerkalender geworden.

Schweizer Meisterschaft in Rupperswil

Einer der Höhepunkte war natürlich 1989 die Durchführung der Schweizer Meisterschaft, dem wichtigsten Wettkampf der Wasserfahrer. Dabei wurden wir von den drei Aargauer Vereinen WFV Ryburg-Möhlin, Rhein-Club Rheinfelden und WSC Bremgarten unterstützt, welche die drei Wettkampfstrecken betreuten.
Zahlreiche Dorfvereine unterstützten uns in der Festwirtschaft. OK-Präsident war unser ehemaliger Vizeammann Urs Hediger, welcher selber aktiver Pontonier in Aarau war. Die Brücke zur Insel, welche die Armee extra für die SM baute, war die Attraktion des Jahres.
Alle Erfahrungen, welche wir mit diesem Grossanlass sammeln konnten, haben zur positiven Weiterentwicklung des Vereins viel beigetragen.

Fernfahrten 

Unvergesslich bleiben für mich die beiden zweiwöchigen Fernfahrten. 1994 fuhren wir mit dem Dreiteilerponton Namens „Fliwatüt“ via Strassburg und Nancy bis nach Koblenz (D). 1998 hiess der Dreiteiler „Tupakointi Kielletty“ und die Fahrt führte durch den Rhein-Rhone-Kanal bis nach Lyon.

Verein und Dorf

Gerade weil wir das Wasserfahren etwas ausserhalb von Rupperswil betreiben suchen wir immer wieder den Kontakt zum Dorf und zu den anderen Dorfvereinen. Ein Mitmachen bei Dorf- oder Jugendfesten ist deshalb für uns selbstverständlich. Verschiedene Mitglieder von uns engagieren sich auch für die Dorfgemeinschaft, wie in der IVDR oder in der Feuerwehr.

Aus unserem Jahresprogramm

Unsere Fahrsaison dauert von April bis September. Zwei Mal pro Woche trainieren wir an unserer Aare. Dabei bereiten wir uns auf die Teilnahme von Wettfahren vor. Zusätzlich bieten wir auch Talfahrten mit Gesellschaften an. Jedes Jahr führen wir die Passivfahrt, eine Talfahrt für unsere Passivmitglieder, durch. An unserer dreitägigen Pfingstfahrt befahren wir einen Schweizer Fluss. Mit dem Endfahren, unserer Vereinsmeisterschaft mit anschliessendem Fest, beschliessen wir jeweils unsere Fahrsaison. Durch den Winter treffen wir uns zum wöchentlichen Training in der Sporthalle.

Unsere Nachwuchsförderung

Die Nachwuchsförderung ist für unseren Verein seit der Gründung eine Selbstverständlichkeit, ja ohne Nachwuchsförderung gäbe es unseren Verein vermutlich heute nicht mehr. 
Wir hatten lange Zeit wenige Aktivmitglieder. So übernahmen immer wieder Junioren, kaum aus der Schule, Vorstandsaufgaben und somit Verantwortung. Diese Tradition wird erfreulicherweise bei uns weitergeführt, denn auch heute noch stellen sich Jugendliche für Freiwilligenarbeit zur Verfügung.

14 mal Schweizer Meister

Die Krönung unserer Nachwuchsarbeit sind bestimmt die zahlreichen Schweizer Meistertitel. Daneben erreichten unsere Jungfahrer- und Juniorenpaare in den vergangenen Jahren an den Wettfahren zahlreiche schöne Erfolge und diverse Kranzauszeichnungen.
Ein erfolgreiches Abschneiden an einem Wettfahren macht viel Spass und Freude und ist beste Motivation fürs Training.

Ein Blick in die Zukunft

Wir haben heute engagierte und initiative Aktivmitglieder und über eine grosse Schar Nachwuchsfahrer, die mit viel Freude bei uns mitmachen. Dies stimmt mich für die Zukunft unseres Vereins sehr zuversichtlich. Für den Aufbau unserer Infrastruktur verwenden wir heute weniger Zeit. Wir können uns besser dem eigentlichen Vereinsleben und natürlich der Nachwuchsförderung annehmen.
Ich selber werde mich weiterhin engagieren und trage so, vielleicht auch etwas mit dem Geist der Gründerjahre, meinen Beitrag zur Zukunft unseres Verein bei.

Wasserfahrverein Rupperswil