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Das frühe Handwerk

Die Wasserfahrer bedienen sich des klassischen Flussweidlings, welche schon die Fischer in früheren Zeiten für ihre Arbeit benutzten.

Im Gegensatz zu den vielen Arten von Ruderbooten, in denen man mit Blick zurück sitzt, wird der Weidling stehend, mit Blick nach vorne, einzeln oder paarweise gefahren. Der Weidling ist zirka zehn Meter lang, zirka 1,2 Meter breit und zirka 350 Kilogramm schwer. Das Wasserfahren wird meist auf fliessendem Gewässer ausgeübt. So wird der Weidling bei Bergfahrten am Ufer mit dem Stachel vorwärts bewegt. Flussabwärts oder zur Überfahrt wird das Ruder angewendet. Die Ruder werden entweder mit der Strickschlaufe am Boot befestigt (Pontoniere) oder aber, wie in den Wasserfahrvereinen üblich, am Stüdli (Rudernagel) angelegt. Als weiteres Werkzeug benötigt man zum Ausschöpfen der Schiffe die Sasse.

Herkunft

Der Ursprung des Wasserfahrens wurde in seinen verschiedenen Arten in der Schweiz seit Jahrhunderten ausgeübt. Im Mittelalter waren es insbesondere die Flösser und Fischer die innerhalb ihrer Zünfte als Ausgleich zum Beruf die geschicktesten aus ihrer Mitte im sportlichen Wettkampf erkürten.

Mit der Besiegelung des heutigen Bundesstaates 1848 wurde das damalige Wehrwesen auch in der Armee reorganisiert. So wurden auf eidgenössischer Ebene Pontonierkompanien ausgehoben, deren Aufgabe es war, wie heute noch, für das Fussvolk Flussübergänge und Übersetzungsmöglichkeiten zu schaffen. Dadurch kamen die gossen Erfahrungen und Flusskenntnisse jener Schiffer und Flösser der jungen Schweizer Armee zugute. Mit dem Ausbau der Überland- strasse, dem Vormarsch der Eisenbahn und dem Bau der Flusskraftwerke Mitte des letzten Jahrhunderts nahm das Schiffergewerbe rapid ab, sodass sich die Pontoniere der Armee in Verbindungen zusammenfanden, um sich ausser- dienstlich fit zu halten.

Dies war der Auslöser zur Gründung von Vereinen und Clubs, in denen das Wasserfahrerhandwerk weiter ausgeübt werden konnte. So wurden vor über hundert Jahren die ersten Wasserfahrvereine gegründet. Zur gleichen Zeit konstituierten sich auch die ersten Pontonierfahrvereine.

Talfahrten

Der Wasserfahrverein Rupperswil führt jedes Jahr verschiedene Talfahrten durch. So gehören die dreitägige Pfingstfahrt oder die Fahrt mit unseren Passivmit- gliedern zum festen Bestandteil des Jahresprogrammes und bilden immer wieder Saisonhöhepunkte.

1994 fand zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte des WFV Rupperswil eine 14tägige Fernfahrt (Rupperswil (CH) - Basel (CH) - Strassburg (F) - Nancy (F) - Metz (F) - Koblenz (D)) statt.

Zum zweiten Mal gross auf Tour gingen die Wasserfahrer 1998. Die Strecke begann wieder in Rupperswil und führte via Basel (CH) auf dem Rhein- Rhone-Kanal nach Langres (F).

In der jüngeren Vereinsgeschichte wurden insbesondere viele kürzere Talfahrten auf den verschiedensten Flüssen der Schweiz unternommen.

Wettfahren

In jedem Jahr finden während den Sommermonaten verschiedene Wettfahrten statt. Meist werden diese Wettkämpfe als PAARWETTFAHREN durchgeführt, das heisst pro Weidling starten zwei Fahrer. Der Steuerfahrer rudert hinten links und sein Partner, der Vorderfahrer, vorne rechts.

Die seltener organisierten EINZELWETTFAHREN haben sich aber ihrer Beliebtheit wegen als Classiques etabliert.

Der Wettkampf besteht darin, dass man eine ausgestreckte Fahrstrecke, bestehend aus Ruder- und Stachelfahrten, befahren muss. Dabei gilt es auch verschiedene Hindernisse wie Ausfahrten, Durchfahrten oder Ziellandungen richtig zu passieren. Die Fahrzeit einer solchen Strecke dauert zwischen vier und sechs Minuten. Gefahren wird in verschiedenen Kategorien. Die Fahrer mit der besten Schluss-Zeit sind Sieger.

Das Wasserfahren wird somit auch zur Mannschaftssportart. Jeder Wettkämpfer hat auch ein Interesse, dass sein Verein bei einem Wettfahren möglichst gut abschneidet.

Wasserfahrverein Rupperswil